Start
Standorte
Über uns
Kalender
Stellen
Spenden
Ehrenamt
Kontakt


Bala (Name gändert) sitzt am Schreibtisch in seinem kleinen Zimmer und lernt deutsche Vokabeln. In der Schule, in der er eine internationale Förderklasse besucht, haben sie in den letzten Tagen wiederholt Texte aus amtlichen Schreiben durchgenommen. Bala quält sich damit, er versteht viele der sonderbar klingenden Worte nicht. In Somalia, seinem Heimatland, gibt es nichts Vergleichbares.

Dort gibt es Krieg, Vertreibung, Elend, Tod. Es herrscht das blutige Regime der al-Shabaab Miliz, die nahezu den gesamten Süden des Landes unter ihre Kontrolle gebracht hat. Hier liegt das Heimatdorf des 17jährigen, in dem er nach dem Tod des Vaters allein mit seiner Mutter lebte. In der Koranschule verliebte er sich in ein Mädchen, womit dessen Familie nicht einverstanden war. Durch Lügen, Bezichtigungen, Unwahrheiten und nicht geschützt durch rechtstaatlicheStellen, war er entrechtet und mit dem  Tod bedroht. Auch seine Weigerung zum Dienst an der Waffe gegen seine Landsleute und für den IS, den Islamischen Staat, amachte das Leben in seinem Dorf und in der Region unmöglich. Sein Onkel konnte ihn retten und übergab ihn an Schleuser, die ihn außer Landes bringen sollten. Eine mehrmonatige Odyssee, die ihn nach Europa brachte, überlebte der junge Mann nur knapp und strandete irgendwann im Herbst 2014 ohne Papiere und völlig sich selbst überlassen in Deutschland.

Bala kam zunächst in eine zentrale Erstaufnahme für unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge und dann in die Obhut des Paul Gerhasdt Werkes. Hier begann sein neues Leben in Deutschland. Die ersten Nächte verbrachte er verängstigt und ohne Schlaf, denn das Trauma der Verfolgung und Flucht ließ ihn nicht zur Ruhe kommen. Es dauerte mehr als ein halbes Jahr, bis er Vertrauen zu seinem Betreuer fasste.

Heute lebt der junge Somalier in einer kleinen Wohngemeinschaft. Intensiv betreut von Pädagogen, Psychologen und Therapeuten, durchläuft er ein dreistufiges Programm, das aus Orientierung, Stabilisierung und Verselbstständigung besteht.

Andere minderjährige unbegleitete Flüchtlinge kommen aus Syrien, Eritrea, Irak, Marokko oder Afghanistan. Alle haben Schlimmstes erlebt, die Familien gaben oft ihr gesamtes Vermögen für die Flucht aus. In Deutschland fanden diese jungen Männer eine neue Heimat, gehen hier zur Schule, werden therapeutisch betreut und mit viel Einfühlungsvermögen und Geduld auf ein eigenständiges Leben in Deutschland vorbereitet.

Bala hat vor wenigen Tagen mit Hilfe einer Anwältin seinen Asylantrag gestellt. Er lernt Deutsch, will eine Ausbildung zum Zweiradmechaniker machen und sein eigenes Geld verdienen. In seine  Heimat wird er nicht zurückkehren können, solange dort kein Frieden herrscht. Gerade das aber sei sein sehnlichster Wunsch, sagt der schüchterne junge Mann mit den kurzen krausen Haaren und bricht in Tränen aus.

Wofür brauchen wir Ihre Spende?

Wir wollen schnellstmöglich die Kontingente an Aufnahmeplätzen erweitern. Für die Erstausstattung der Wohnungen benötigen wir Geld. Außerdem müssen wir die jungen Menschen häufig bei juristischen Fragen zu Asylanträgen sowie Bleiberecht und Behördengängen unterstützen. Dazu beauftragen wir Anwälte, deren Honorare bezahlt werden müssen. Wir beschaffen individuelle Fördermaterialien zum Schulbesuch, damit die jungen Menschen schnell unsere Sprache lernen, sich zurecht finden und eigenverantwortlich leben können. Und wir unterstützen die Flüchtlinge auch in ihrer Freizeitgestaltung, denn staatliche Stellen finanzieren weder eine Mitgliedschaft in einem Sportverein noch Kurse zum Aufbau und zur Stärkung von sozialen Kompetenzen.








Sollte dieses Projekt durch Spendeneingänge vollständig finanziert sein, behalten wir uns vor, überschüssige Spendengelder in ein artverwandtes Projekt zu investieren.


Impressum

Paul Gerhardt Werk
Gerichtsstraße 1-2
03046 Cottbus
Telefon: 0049 355 38041-0
Telefax: 0049 355 38041-19
E-Mail: info@pagewe.de

© 2017 Paul Gerhardt Werk